Verkitten und Auskratzen von Holzböden – sinnvoll?

©Krzysztof Kostrzynski

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Lange Holzdielen oder feinerer Parkettboden verfügen über Fugen und Spalten zwischen den einzelnen Elementen, wie sie mit Kacheln und Fliesen vergleichbar sind. Während in Bad oder WC das Verfugen oder Verkitten üblich ist, sind die Besitzer eines Holzbodens eher unsicher. Tatsächlich ist das Dielen oder Parkett verkitten nicht gleichermaßen sinnvoll und von der Art des Holzbodens abhängig, auch das Dielenfugen auskratzen bringt besondere Herausforderungen mit sich und sollte einem Profi überlassen werden. Im Folgenden soll eine grobe Übersicht geschaffen werden, wann das Verkitten lohnt und auf welche Eigenarten des Holzbodens hierbei eingegangen werden muss.

Parkett verkitten – in vielen Fällen sinnvoll und möglich

Bei festgeklebtem Parkettboden, der aus vielen Einzelelementen besteht, ist das Verkitten grundsätzlich machbar. Das Holz der Parkettstäbe arbeitet als natürliches Material nur wenig, Fugen mit einer Breite von drei bis fünf Millimetern können mit speziellem Fugenkitt geschlossen werden. Die spezielle Lösung wird nach dem Mittelschliff in die vorhandenen Fugen eingeführt, wovor sie mit den feinen Spänen des Abschleifens gemischt wird und zu einer geschlossenen und ästhetisch passenden Optik gelangt. Das Auskratzen der Parkettfugen ist vor diesem Arbeitsschritt nicht notwendig, was Mühen vermeidet und Kosten bei der professionellen Durchführung durch einen Parkettleger einzusparen hilft.

Schwimmende Parkettböden besser nicht verkitten

Ist der Parkettboden nicht festgeklebt, sondern schwimmend verlegt worden, ist von Parkett verkitten eher abzuraten. In dieser freien Varianten arbeitet die Parkettstäbe im Wandel der Jahreszeiten zu stark und bewegen sich zu schnell auseinander, so dass die Optik einer geschlossenen Fuge schnell wieder aufgerissen wird. Gerade bei Altbauten mit dem beliebten Fischgrät als Verlegemuster ist das schwimmende Verlegen auf Blindboden seit jeher etabliert und legt nahe, vom Verfugen oder Verkitten Abstand zu nehmen. Falls Sie als Laie nicht einschätzen können, welche Art der Befestigung Ihres Parketts vollzogen wurde, hilft Krzysztof Kostrzynski als erfahrener Parkettleger und -schleifer bei dieser Analyse gerne weiter.

Verschließen von Dielenfugen im Regelfall nicht nützlich

Wenn es um lange Dielenbretter als Holzboden geht, ist ein Verkitten oder Verfugen ähnlich wie bei schwimmendem Parkett abzuraten. Auch hier ist das Arbeiten des Holzes der wesentliche Grund, der eine geschlossene Fugenfläche spätestens nach der nächsten Heizperiode wieder aufreißen lässt und die gewünschte Ästhetik zunichte macht. Auch wenn im Fachhandel elastischer Fugenkitt angeboten wird, hält dieser den auftretenden Spannungen nur selten Stand und führt zu einem unansehnlichen Dielenboden. Bei größeren Fugen mit wenigstens einem halben Zentimeter Breite bietet sich das Einsetzen schmaler Holzleisten an, was jedoch gleichermaßen zeitaufwändig und teuer ist.

Dielenfugen auskratzen – mühsam, aber ästhetisch lohnenswert

Unabhängig von der Breite der Fugen zwischen einzelnen Dielen sammelt sich zwischen diesen Staub und Dreck, der die Ästhetik des Bodens zusätzlich schmälert. Das Dielenfugen auskratzen in regelmäßigen Abständen ist eine sinnvolle Maßnahme, hiergegen vorzugehen und auch ohne ein Verkitten der Fugen zu einem schönen Anblick zu gelangen. Andere Schönheitskorrekturen wie das Verkitten von Nagellöchern einzelner Dielen hilft hier weiter, ist wie das Auskratzen für den Laien jedoch sehr zeitaufwändig. Schneller werden solche Arbeitsschritte von einem erfahrenen Parkettleger und -schleifer vor dem Feinschliff erledigt, allerdings muss für die Durchführung ein zusätzlicher Kostenpunkt eingerechnet werden.

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